Archiv | Schulische und außerschulische Bildungsorte RSS Feed für diesen Artikel

Ichmache>Politik zu Besuch im Sommercamp der Landesschüler_innenvertretung Bayern

25 Aug

Immer in den Sommerferien treffen sich in Bayern freiwillig :-) eine Gruppe Jugendlicher, um über Schule zu reden: die LSV Bayern bietet aktiven Vertreter_innen von Schüler_innen eine Woche Austausch, Diskussion, Spaß und Entspannung.
Wir von Ichmache>Politik waren in Ingolstadt dabei, denn wir wollten von jungen Menschen erfahren: “Arbeit ist das halbe Leben! Wie wollt ihr lernen und arbeiten? ” Die Gruppe war ziemlich divers: von unterschiedlichen Schultypen, in unterschiedlichen Altersstufen, Schüler_innen die in der Stadt wohnen und solche die das Landleben (nicht) genießen. Sogar Schüler_innenvertretende aus anderen Bundesländern waren da und haben ihre Meinung zu den Themen mit einfließen lassen.
Zu allererst haben wir uns auf einen Spaziergang begeben. In Paaren spazierten die Teilnehmenden über das Gelände und unterhielten sich angeregt über ihre Schulvergangenheit: Hast du ich auf deinen ersten Schultag gefreut? Was motiviert dich in der Schule? Was machen deine besten Lehrer_innen gut? Was machen deine schlechtesten Lehrer_innen falsch? Fühlst du dich auf die Zukunft vorbereitet? DSC_0004
Mit all diesen Erinnerungen diskutierten wir zum Beispiel über die Hochs und Tiefs des aktuellen Schulsystems.
Um zu erfahren, was für die Zukunft gefordert wird, begaben wir uns nochmal auf eine (Traum)Reise. Gemeinsam erdachten wir uns das Bildungssystem der Zukunft: eine Draußenschule, keine Lehrer_innen, keine Noten, selbstbestimmtes Lernen….. Von diesen Utopien ging es dann an ganz konkrete Forderungen. Alle Forderungen könnt ihr im ePartool nachlesen! Nachgedacht wurde beispielsweise über die Ausstattung von Schulen (moderne Unterrichtsmaterialien, gemeinsame Gestaltung des Schulgebäudes durch die Schulgemeinschaft), über den Schulstruktur (selbst Lernzeiten einteilen, Herausforderungen in der Schule schaffen) oder über Schüler_innenvertretung an sich (eigenes Budget für die Schüler_innenvertretung, SV-Räume).
Die Schüler_innen der LSV denken auf jeden Fall weiter über Schule und mögliche und nötige Entwicklungen nach!

Beteiligungsworkshop im Rahmen eines inklusiven Sterntal-Feriencamps

20 Aug

Ichmache>Politik konnte diesen Sommer für einen Workshop der Beteiligungsrunde die Teilnehmer_innen der inklusiven Ferienfahrt des Trägers Sterntal in der Lübecker Bucht besuchen. Hier trafen wir 23 Jugendliche zwischen vierzehn und achtzehn Jahren, die vierzehn Tage ihrer Sommerferien Inklusion leben. Gemeinsam schufen sie so einen Ort, an dem Beeinträchtigung, wenn überhaupt nur noch, eine untergeordnete Rolle spielt. Neben unserem Workshop standen – wie es sich in Grömitz, direkt an der Ostsee gelegen, gehört – vor allem Strand, Sonne und Spaß im Vordergrund. @ichmache-politik_Workshop Sterntal 160811 (20)

Gemeinsam haben wir insbesondere zu der Fragestellung gearbeitet, was Jugendliche brauchen, um sich in die Gesellschaft einbringen zu können. Mit Hilfe eines kreativen und gruppengestützten Ansatzes haben wir es allen Jugendlichen ermöglicht, sich in ihrer Weise und mit ihrer Perspektive einzubringen.

Wir starteten kurz nach dem Frühstück mit einem Kennlernbingo in den gemeinsamen Tag. So konnten wir die Teilnehmer_innen und die Teilnehmer_innen sich untereinander nochmal aus einer neuen Perspektive kennenlernen. Dabei ging es hauptsächlich um das Aufdecken gemeinsamer Erfahrungen, die uns für den weiteren Ablauf verbunden und stark gemacht haben.
Im Rahmen eines kurzen Inputs sprachen wir dann über das Recht auf Beteiligung und verschiedene Formen der Umsetzung. Dabei sparten wir auch nicht aus, dass jugendliche Beteiligung häufig leider auch nur auf einer Scheinebene abläuft. Von solchen Erfahrungen konnten die Teilnehmer_innen in der darauffolgenden „Motz- und Meckerrunde“, die in Form eines World Cafés stattfand, berichten.
Auf vielen bunten Flipcharts beantworteten die Jugendlichen beispielsweise die Frage danach, in welchen Situationen sie sich als Jugendliche nicht ausreichend ernstgenommen fühlen, aber auch danach, welche Angebote ihnen an ihrem Wohnort fehlen.

Nachdem wir auf diese Weise einige Kritik sammeln konnten, konzentrierten wir uns dann darauf, selbst auf kreative Weise Vorschläge für die Entwicklung einer jugendgerechten Lebensumwelt zu entwickeln. Die Teilnehmer_innen bildeten dazu Teams, deren gemeinsames Ziel darin bestand, kooperativ eine jugendgerechte Stadt auf Papier zu erträumen. Die Wege, die hierzu gewählt wurden, umfassten viele verschiedene Materialien. Während einige Jugendliche mit Kreide aktiv wurden, setzten andere Teilnehmer_innen auch Baustein, Stift und Schere ein.

@ichmache-politik_Workshop Sterntal 160811 (1)So entstanden schlussendlich drei einzigartige, utopische Entwürfe, die jugendliche Wünsche an eine lebendige Umwelt anschaulich verwirklichen. Ein großer Aspekt in fast allen Kleingruppen war das Thema Schule. Forderungen nach einem späteren Schulstart, mehr Freizeit, mehr Mitbestimmung in der Gestaltung von Bildung oder dem Hinterfragen von Bewertungssystemen standen im Raum. Ebenfalls vom Großteil der Teilnehmenden wurde die Forderungen nach mehr Tier- und Umweltschutz geteilt. Die Konsumhaltung der heutigen Generation darf sich nicht negativ auf die nächsten Generationen auswirken. Auch Begegnungsorte für Jugendliche sind stark nachgefragt: ob Spielplatz, Bolzfläche oder Kino! Die Jugendlichen wünschten sich außerdem mehr Eigenverantwortlichkeit und dafür die Reduzierung von Altersgrenzen bei Konsumgütern oder Spielen. Auch die Bedürfnisse geflüchteter Jugendlicher hatte die Gruppe fest im Blick: Neben Wohnraum fordern sie auch unkomplizierten Zugang zu Bildungsangeboten und Arbeitsplätzen.

Gemeinsam beschlossen wir den Tag mit dem positiven Gefühl, wichtige Themen in den Fokus genommen zu haben und bedanken uns für den spannenden Tag in Grömitz!

Die Realschule Plus Neumagen-Dhron macht>Politik

15 Aug

Kurz vor den Sommerferien beschäftigten sich die Klassensprecher_innen der Realschule Plus in Neumagen-Dhron noch einmal angestrengt mit ihrer Schule und Schulpolitik generell. Die Sprecher_innen der 7., 8. und 9. Klassenstufe saßen in diesem Schuljahr zum ersten Mal gemeinsam zusammen um über ihre Schule nachzudenken.
Deshalb haben wir zuerst darüber gesprochen, was überhaupt die Aufgaben einer guten Schüler_innenvertretung sind. Einig waren sich alle, dass man die Meinung aller wiedergeben und vor den Lehrer_innen vertreten sollte; aber schon darum ob SV auch Feste und Turniere veranstalten sollte, gingen die Meinungen auseinander. DSC_0009

Konkret ging es dann um die Frage: “Arbeit ist das halbe Leben! Wie wollt ihr lernen und arbeiten?” Gemeinsam haben wir darüber nachgedacht, was Schule allgemein besser machen kann, gerade auch eine Schule wie die in Neumagen-Dhron: der Ort hat knapp 2.000 Einwohner und die nächste Großstadt ist mit dem Bus anderthalb Stunden entfernt. So waren sich alle einig, dass es mehr, längere, günstige und regelmäßige Busverbindung zur Schule geben muss. Dies ist nicht mehr immer der Fall. Mehr Wünsche der Realschüler_innen aus Neumagen-Dhron an das Bildungssystem findet ihr im Onlinetool von Ichmache>Politik.

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Die Schüler_innen haben danach aber noch weitergemacht und Pläne geschmiedet fürs neue Schuljahr. Denn die SV soll im nächsten Jahr auf jeden Fall aktiver werden. Dazu wurden einige Projekte schon jetzt entworfen. Wir wünschen euch viel Glück dabei!

Ichmache>Politik zu Besuch auf dem internationalen Camp der Falken

31 Jul

Unter dem Motto „Welcome to Another World“ zelten derzeit 2500 Kinder und Jugendliche der deutschen und internationalen Falkenbewegung im fränkischen Reinwarzhofen. Sie lernen von- und miteinander, sie diskutieren, arbeiten und feiern gemeinsam und gestalten sich so eine eigene Welt nach ihrem Geschmack. Damit auch ihre Vorstellungen von der alltäglichen Welt außerhalb des Camps Gehör finden, hat Ichmache>Politik sie besucht und sich mit einem eigenen Workshop zur aktuellen Beteiligungsrunde in das vielfältige Programm der Falken eingebracht. Mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 26 Jahren haben wir diskutiert, was uns am alltäglichen Miteinander im immer bunter und vielfältiger werdenden Deutschland gut gefällt und Spaß macht, aber auch, was sich ändern muss, um das Land zu einem lebenswerten Ort für alle zu machen. Bild draußen

Dabei sind wir von den Stadtvierteln und Nachbarschaften ausgegangen, in denen die Teilnehmenden leben und haben anschließend den Blick auf eine allgemeinere Ebene gehoben. Für ihre Forderungen konnten sie anschließend auf dem Zeltplatz Werbung machen und schauen, wie viele UnterstützerInnen sie finden. Ein Teilnehmer (10, aus Düsseldorf) konnte beispielsweise in kurzer Zeit mehr als zwanzig andere Kinder finden, die sich auch mehr abgegrenzte Fahrradwege wünschen, um sicher zur Schule kommen zu können und keine Angst vor AutofahrerInnen haben zu müssen. Andere forderten die Einführung von bunten, aber einheitlichen Schuluniformen, um Mobbing an der Schule einzudämmen.

Bild UniformenDas ganze Spektrum der abgegebenen Positionen könnt ihr natürlich wie immer unter tool.ichmache-politik.de anschauen. Weitere Forderungen umfassten zum Beispiel die Entkriminalisierung von Cannabis, Vorschläge zur besseren Intergration von Geflüchteten und eine bessere finanzielle Absicherung für Menschen ohne eigenes Einkommen. Am Thema „Toiletten für Transgender“ ist deutlich geworden, wie die Meinungsbildung auf dem Zeltlager den Blick der Kinder und Jugendlichen auf alltägliche Probleme schärft. So ist auf dem Camp bereits seit einigen Tagen diskutiert worden, wie die Sanitärbereiche umgestaltet werden müssen, damit auch Menschen, die sich nicht in der Entweder-Oder-Einteilung der Geschlechtsidentität in männlich und weiblich wiederfinden (Transgender) ohne Diskriminierung oder Anpassungszwang ihrem Alltag nachgehen können. Prompt forderte eine Gruppe von Kindern (11-12, aus Nordrhein-Westfalen) auch von der Bundespolitik Regelungen, um die aus ihrer Sicht diskriminierenden Zwei-Toiletten-Standard zu überwinden.
Um auch allen, die nicht selbst am Workshop teilnehmen konnten, die Beteiligung zu ermöglichen, haben wir eine Ichmache>Politik-Station mit einem Briefkasten eingerichtet. Wir freuen uns auf alle Beiträge, die uns in den nächsten anderthalb Wochen auf diesem Wege noch erreichen und wünschen den Falken ein tolles restliches Camp mit vielen bleibenden Eindrücken und neuen Freundschaften!

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BarCamp ‪#‎WirsindBrandenburg:‬ ein Wochenende macht aus Fremden Freunde

29 Jun

26 junge Menschen aus acht Nationen verbrachten vom 17.-19.06.2016 ein spannendes, ereignisreiches und intensives Wochenende gemeinsam in Potsdam. Junge Geflüchtete aus Elsterwerda und Strausberg sowie mehrere Jugendliche aus Brandenburg kamen zusammen, um sich über ihren Alltag, ihre Forderungen, ihre Ideen in Brandenburg auszutauschen. Dabei musste es gar nicht die große Politik sein, die thematisch im Mittelpunkt stand, sondern eher Themen, die die Jugendlichen hier im Land wirklich bewegen.
Dabei waren es die Sessions wie z.B. „Wie erreicht man Gleichberechtigung und Gleichheit in Deutschland und in der Heimat?“ „Racism against Refugees –Warum haben Deutsche Angst vor Geflüchteten?“, „Wie wünschen wir uns unsere Zukunft?“ und „Kann eine Welt ohne Geld funktionieren?“, in denen grundsätzliche Angelegenheiten besprochen sowie diskutiert wurden.
Neben angeregten und teilweise intensiven Inputs in den Sessions, haben die Jugendlichen sich bei Outdoor Aktivitäten wie z.B. beim Tischtennis und Fußball gut kennenlernen können und sogar ein paar neue Freunde gefunden. Nach einem Tag des Austausches wurde schließlich noch das Golm Rockt Festival in Potsdam besucht – ein schöner Abend bei Musik und Leckereien.

Das Wochenende hat wieder mal zum Ausdruck gebracht, dass auch Kinder und Jugendliche eine Stimme haben und diese gehört werden muss. Die Methode des BarCamps bietet nicht nur einen Raum für junge Menschen, um sich über aktuellen Themen und Interessen auszutauschen, sondern bietet ebenso die Möglichkeit, Orte der interkulturellen Begegnung zu schaffen. Sich vorher fremde Jugendliche aus den verschiedensten Orten in Brandenburg und der Welt haben beim BarCamp ein Wirgefühl geschaffen. Das Motto des BarCamps: #WirsindBrandenburg, egal welcher Herkunft, Sprache oder Vorlieben für Musikstile.

BarCamp in Potsdam