Beteiligungsworkshop im Rahmen eines inklusiven Sterntal-Feriencamps

20 Aug

Ichmache>Politik konnte diesen Sommer für einen Workshop der Beteiligungsrunde die Teilnehmer_innen der inklusiven Ferienfahrt des Trägers Sterntal in der Lübecker Bucht besuchen. Hier trafen wir 23 Jugendliche zwischen vierzehn und achtzehn Jahren, die vierzehn Tage ihrer Sommerferien Inklusion leben. Gemeinsam schufen sie so einen Ort, an dem Beeinträchtigung, wenn überhaupt nur noch, eine untergeordnete Rolle spielt. Neben unserem Workshop standen – wie es sich in Grömitz, direkt an der Ostsee gelegen, gehört – vor allem Strand, Sonne und Spaß im Vordergrund. @ichmache-politik_Workshop Sterntal 160811 (20)

Gemeinsam haben wir insbesondere zu der Fragestellung gearbeitet, was Jugendliche brauchen, um sich in die Gesellschaft einbringen zu können. Mit Hilfe eines kreativen und gruppengestützten Ansatzes haben wir es allen Jugendlichen ermöglicht, sich in ihrer Weise und mit ihrer Perspektive einzubringen.

Wir starteten kurz nach dem Frühstück mit einem Kennlernbingo in den gemeinsamen Tag. So konnten wir die Teilnehmer_innen und die Teilnehmer_innen sich untereinander nochmal aus einer neuen Perspektive kennenlernen. Dabei ging es hauptsächlich um das Aufdecken gemeinsamer Erfahrungen, die uns für den weiteren Ablauf verbunden und stark gemacht haben.
Im Rahmen eines kurzen Inputs sprachen wir dann über das Recht auf Beteiligung und verschiedene Formen der Umsetzung. Dabei sparten wir auch nicht aus, dass jugendliche Beteiligung häufig leider auch nur auf einer Scheinebene abläuft. Von solchen Erfahrungen konnten die Teilnehmer_innen in der darauffolgenden „Motz- und Meckerrunde“, die in Form eines World Cafés stattfand, berichten.
Auf vielen bunten Flipcharts beantworteten die Jugendlichen beispielsweise die Frage danach, in welchen Situationen sie sich als Jugendliche nicht ausreichend ernstgenommen fühlen, aber auch danach, welche Angebote ihnen an ihrem Wohnort fehlen.

Nachdem wir auf diese Weise einige Kritik sammeln konnten, konzentrierten wir uns dann darauf, selbst auf kreative Weise Vorschläge für die Entwicklung einer jugendgerechten Lebensumwelt zu entwickeln. Die Teilnehmer_innen bildeten dazu Teams, deren gemeinsames Ziel darin bestand, kooperativ eine jugendgerechte Stadt auf Papier zu erträumen. Die Wege, die hierzu gewählt wurden, umfassten viele verschiedene Materialien. Während einige Jugendliche mit Kreide aktiv wurden, setzten andere Teilnehmer_innen auch Baustein, Stift und Schere ein.

@ichmache-politik_Workshop Sterntal 160811 (1)So entstanden schlussendlich drei einzigartige, utopische Entwürfe, die jugendliche Wünsche an eine lebendige Umwelt anschaulich verwirklichen. Ein großer Aspekt in fast allen Kleingruppen war das Thema Schule. Forderungen nach einem späteren Schulstart, mehr Freizeit, mehr Mitbestimmung in der Gestaltung von Bildung oder dem Hinterfragen von Bewertungssystemen standen im Raum. Ebenfalls vom Großteil der Teilnehmenden wurde die Forderungen nach mehr Tier- und Umweltschutz geteilt. Die Konsumhaltung der heutigen Generation darf sich nicht negativ auf die nächsten Generationen auswirken. Auch Begegnungsorte für Jugendliche sind stark nachgefragt: ob Spielplatz, Bolzfläche oder Kino! Die Jugendlichen wünschten sich außerdem mehr Eigenverantwortlichkeit und dafür die Reduzierung von Altersgrenzen bei Konsumgütern oder Spielen. Auch die Bedürfnisse geflüchteter Jugendlicher hatte die Gruppe fest im Blick: Neben Wohnraum fordern sie auch unkomplizierten Zugang zu Bildungsangeboten und Arbeitsplätzen.

Gemeinsam beschlossen wir den Tag mit dem positiven Gefühl, wichtige Themen in den Fokus genommen zu haben und bedanken uns für den spannenden Tag in Grömitz!

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