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Ichmache>Politik in Mitteldeutschland – ein Workshop über die Bedürfnisse von jungen queeren Menschen

23 Aug

Der Sommerpause und den Ferien zum Trotz folgten queere Jugendliche am 06.08. dem Ruf des Jugendnetzwerkes Lambda Sachsen-Anhalt e.V. in die Franckeschen Stiftungen zu Halle, sich aktiv einzubringen und ihre Meinung zu äußern, was sie als queere Jugendliche in ihrer Region brauchen.

@ichmache-politik_Workshop Lambda  (12)Nach einer kleinen Stärkung nach teilweiser langer Anreise eröffneten wir unseren Tag mit einer Vorstellungsrunde, in dem sich jede_r vorstellte und sein_ihr Pronomen nannte. Um überhaupt einen Überblick zu gewinnen, gab es einen Blick in die Region. Dabei wurde festgestellt, dass es, wenn es überhaupt Angebote für queere junge Menschen gibt, die in Sachsen-Anhalt nur in Halle/Saale und Magdeburg zu finden sind. Der übrige Teil von Sachsen-Anhalt ist regelrecht entkoppelt von jungen queeren Angeboten.

Wir fragten uns, wie die Rahmenbedingungen sein müssten, damit queere Jugendliche im ländlichen Raum teilhaben können. Zentral wurde benannt, dass es wichtig ist, ein Klima der Akzeptanz zu erzeugen, damit queere Jugendliche ohne Angst, wenn sie es für sich entscheiden, outen zu können. Das ist um so wesentlicher, wenn man bedenkt, dass Kirchen und Feuerwehren vor allem in kleinstädtischen, dörflichen Regionen mitunter die einzigen Möglichkeiten sind, sich vor Ort zu engagieren, in denen nach Erfahrungen der Teilnehmenden nicht immer die wünschenswerte offene Atomsphäre vorherrscht. Engagement und die Möglichkeit der Beteiligung gehört für viele zum guten Leben, aber auch eine gewisse finanzielle Stabilität. Darüber hinaus ist es ebenfalls ganz wichtig für die Teilnehmenden, dass eine gute Infrastruktur mit Schulen, Ärzten, Kultur, Öffentlichen Personenverkehr vorherrscht. @ichmache-politik_Workshop Lambda  (2)

Nach diesen großem Arbeitsblock gab es eine Mittagspause mit einem großen Büfett und zahlreichen Gesprächen, die so intensiv waren, dass wir den Start in die nächste Runde etwas verpasst haben. Um so intensiver diskutierten wir die Vielfalt als Chance. Die queeren Jugendlichen nehmen die unterschiedlichsten Gruppen wahr, die Vielfalt abbilden. Dabei kristallisierte sich heraus, dass man sowohl auf kleiner Ebene, mit einen Kleinstadt-CSD, Outing-Scouts für queere Jugendliche auf dem Land oder ein thematisches Dorffest von unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen ausgestaltet, etwas machen kann, wie auch auf höherer, teilweise struktureller Ebene. Hier wurden verstärkte Aufklärungsarbeit benannt, aber auch die Vernetzung von nicht alltäglichen Kooperationspartner bis hin zu „Integrationskursen“ für deutsche Staatsbürger. Abschließend dürften wir uns etwas wünschen, das die Politik im Blick behalten sollte. Genannt wurden mehr Unterstützung, Anerkennung und Flexibilität gegenüber Jugendverbandsarbeit, Gender-Sensibilität in öffentlichen Dokumenten, wie etwa unserer Teilnehmendenliste und Mut, auch etwas Ungewissen in Form von Prävntionsmaßnahmen zu investieren. Nach fünf spannenden und diskussionsreichen Stunden sind wir mit viel mehr Wissen, Vernetzung und neuen Ideen auseinandergegangen.

Beteiligungsworkshop im Rahmen eines inklusiven Sterntal-Feriencamps

20 Aug

Ichmache>Politik konnte diesen Sommer für einen Workshop der Beteiligungsrunde die Teilnehmer_innen der inklusiven Ferienfahrt des Trägers Sterntal in der Lübecker Bucht besuchen. Hier trafen wir 23 Jugendliche zwischen vierzehn und achtzehn Jahren, die vierzehn Tage ihrer Sommerferien Inklusion leben. Gemeinsam schufen sie so einen Ort, an dem Beeinträchtigung, wenn überhaupt nur noch, eine untergeordnete Rolle spielt. Neben unserem Workshop standen – wie es sich in Grömitz, direkt an der Ostsee gelegen, gehört – vor allem Strand, Sonne und Spaß im Vordergrund. @ichmache-politik_Workshop Sterntal 160811 (20)

Gemeinsam haben wir insbesondere zu der Fragestellung gearbeitet, was Jugendliche brauchen, um sich in die Gesellschaft einbringen zu können. Mit Hilfe eines kreativen und gruppengestützten Ansatzes haben wir es allen Jugendlichen ermöglicht, sich in ihrer Weise und mit ihrer Perspektive einzubringen.

Wir starteten kurz nach dem Frühstück mit einem Kennlernbingo in den gemeinsamen Tag. So konnten wir die Teilnehmer_innen und die Teilnehmer_innen sich untereinander nochmal aus einer neuen Perspektive kennenlernen. Dabei ging es hauptsächlich um das Aufdecken gemeinsamer Erfahrungen, die uns für den weiteren Ablauf verbunden und stark gemacht haben.
Im Rahmen eines kurzen Inputs sprachen wir dann über das Recht auf Beteiligung und verschiedene Formen der Umsetzung. Dabei sparten wir auch nicht aus, dass jugendliche Beteiligung häufig leider auch nur auf einer Scheinebene abläuft. Von solchen Erfahrungen konnten die Teilnehmer_innen in der darauffolgenden „Motz- und Meckerrunde“, die in Form eines World Cafés stattfand, berichten.
Auf vielen bunten Flipcharts beantworteten die Jugendlichen beispielsweise die Frage danach, in welchen Situationen sie sich als Jugendliche nicht ausreichend ernstgenommen fühlen, aber auch danach, welche Angebote ihnen an ihrem Wohnort fehlen.

Nachdem wir auf diese Weise einige Kritik sammeln konnten, konzentrierten wir uns dann darauf, selbst auf kreative Weise Vorschläge für die Entwicklung einer jugendgerechten Lebensumwelt zu entwickeln. Die Teilnehmer_innen bildeten dazu Teams, deren gemeinsames Ziel darin bestand, kooperativ eine jugendgerechte Stadt auf Papier zu erträumen. Die Wege, die hierzu gewählt wurden, umfassten viele verschiedene Materialien. Während einige Jugendliche mit Kreide aktiv wurden, setzten andere Teilnehmer_innen auch Baustein, Stift und Schere ein.

@ichmache-politik_Workshop Sterntal 160811 (1)So entstanden schlussendlich drei einzigartige, utopische Entwürfe, die jugendliche Wünsche an eine lebendige Umwelt anschaulich verwirklichen. Ein großer Aspekt in fast allen Kleingruppen war das Thema Schule. Forderungen nach einem späteren Schulstart, mehr Freizeit, mehr Mitbestimmung in der Gestaltung von Bildung oder dem Hinterfragen von Bewertungssystemen standen im Raum. Ebenfalls vom Großteil der Teilnehmenden wurde die Forderungen nach mehr Tier- und Umweltschutz geteilt. Die Konsumhaltung der heutigen Generation darf sich nicht negativ auf die nächsten Generationen auswirken. Auch Begegnungsorte für Jugendliche sind stark nachgefragt: ob Spielplatz, Bolzfläche oder Kino! Die Jugendlichen wünschten sich außerdem mehr Eigenverantwortlichkeit und dafür die Reduzierung von Altersgrenzen bei Konsumgütern oder Spielen. Auch die Bedürfnisse geflüchteter Jugendlicher hatte die Gruppe fest im Blick: Neben Wohnraum fordern sie auch unkomplizierten Zugang zu Bildungsangeboten und Arbeitsplätzen.

Gemeinsam beschlossen wir den Tag mit dem positiven Gefühl, wichtige Themen in den Fokus genommen zu haben und bedanken uns für den spannenden Tag in Grömitz!

Jetzt noch mit>machen bis zum 28.08.!

19 Aug

Wer noch bei unserer Beteiligungsrunde „Das muss sein! Demografiepolitik jugendgerecht gestalten“ mitmachen möchte, aber bisher nicht dazu gekommen ist, Forderungen und Ideen unter http://go.dbjr.de/imp-dasmusssein-beitraege einzutragen, muss sich langsam sputen: nächstes Wochenende läuft die Frist ab!
Also: nutzt die kommende Woche und tragt eure Vorschläge für eine jugendgerechte Demografiepolitik ein!

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Ichmache>Politik – Videoworkshop am 17.09.2016

17 Aug

Ichmache-Politik-Videoworkshop 1Ichmache>Politik organisiert am Samstag, den 17.September 2016 einen Video-Workshop in Berlin. Junge Menschen zwischen 18 und 25 können sich für eine Teilnahme bewerben. Zum einen werden Kenntnisse und Fähigkeiten darüber vermittelt, wie man sich vor der Kamera bewegt und es wird ein Sprachtraining durch eine professionelle Filmemacherin geben. Zudem ist Youtuberin Vegas dabei und gibt viele Tipps zum Dreh von eigenen Clips. Ergebnis des Workshops ist ein Videoclip zu den Themen von Ichmache>Politik. Bewerbungen sind möglich bis zum 31. August unter go.dbjr.de/video-workshop

Ausführlichere Infos findet ihr >>hier!

Die Realschule Plus Neumagen-Dhron macht>Politik

15 Aug

Kurz vor den Sommerferien beschäftigten sich die Klassensprecher_innen der Realschule Plus in Neumagen-Dhron noch einmal angestrengt mit ihrer Schule und Schulpolitik generell. Die Sprecher_innen der 7., 8. und 9. Klassenstufe saßen in diesem Schuljahr zum ersten Mal gemeinsam zusammen um über ihre Schule nachzudenken.
Deshalb haben wir zuerst darüber gesprochen, was überhaupt die Aufgaben einer guten Schüler_innenvertretung sind. Einig waren sich alle, dass man die Meinung aller wiedergeben und vor den Lehrer_innen vertreten sollte; aber schon darum ob SV auch Feste und Turniere veranstalten sollte, gingen die Meinungen auseinander. DSC_0009

Konkret ging es dann um die Frage: „Arbeit ist das halbe Leben! Wie wollt ihr lernen und arbeiten?“ Gemeinsam haben wir darüber nachgedacht, was Schule allgemein besser machen kann, gerade auch eine Schule wie die in Neumagen-Dhron: der Ort hat knapp 2.000 Einwohner und die nächste Großstadt ist mit dem Bus anderthalb Stunden entfernt. So waren sich alle einig, dass es mehr, längere, günstige und regelmäßige Busverbindung zur Schule geben muss. Dies ist nicht mehr immer der Fall. Mehr Wünsche der Realschüler_innen aus Neumagen-Dhron an das Bildungssystem findet ihr im Onlinetool von Ichmache>Politik.

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Die Schüler_innen haben danach aber noch weitergemacht und Pläne geschmiedet fürs neue Schuljahr. Denn die SV soll im nächsten Jahr auf jeden Fall aktiver werden. Dazu wurden einige Projekte schon jetzt entworfen. Wir wünschen euch viel Glück dabei!