Ichmache>Politik zu Besuch auf dem internationalen Camp der Falken

31 Jul

Unter dem Motto „Welcome to Another World“ zelten derzeit 2500 Kinder und Jugendliche der deutschen und internationalen Falkenbewegung im fränkischen Reinwarzhofen. Sie lernen von- und miteinander, sie diskutieren, arbeiten und feiern gemeinsam und gestalten sich so eine eigene Welt nach ihrem Geschmack. Damit auch ihre Vorstellungen von der alltäglichen Welt außerhalb des Camps Gehör finden, hat Ichmache>Politik sie besucht und sich mit einem eigenen Workshop zur aktuellen Beteiligungsrunde in das vielfältige Programm der Falken eingebracht. Mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 26 Jahren haben wir diskutiert, was uns am alltäglichen Miteinander im immer bunter und vielfältiger werdenden Deutschland gut gefällt und Spaß macht, aber auch, was sich ändern muss, um das Land zu einem lebenswerten Ort für alle zu machen. Bild draußen

Dabei sind wir von den Stadtvierteln und Nachbarschaften ausgegangen, in denen die Teilnehmenden leben und haben anschließend den Blick auf eine allgemeinere Ebene gehoben. Für ihre Forderungen konnten sie anschließend auf dem Zeltplatz Werbung machen und schauen, wie viele UnterstützerInnen sie finden. Ein Teilnehmer (10, aus Düsseldorf) konnte beispielsweise in kurzer Zeit mehr als zwanzig andere Kinder finden, die sich auch mehr abgegrenzte Fahrradwege wünschen, um sicher zur Schule kommen zu können und keine Angst vor AutofahrerInnen haben zu müssen. Andere forderten die Einführung von bunten, aber einheitlichen Schuluniformen, um Mobbing an der Schule einzudämmen.

Bild UniformenDas ganze Spektrum der abgegebenen Positionen könnt ihr natürlich wie immer unter tool.ichmache-politik.de anschauen. Weitere Forderungen umfassten zum Beispiel die Entkriminalisierung von Cannabis, Vorschläge zur besseren Intergration von Geflüchteten und eine bessere finanzielle Absicherung für Menschen ohne eigenes Einkommen. Am Thema „Toiletten für Transgender“ ist deutlich geworden, wie die Meinungsbildung auf dem Zeltlager den Blick der Kinder und Jugendlichen auf alltägliche Probleme schärft. So ist auf dem Camp bereits seit einigen Tagen diskutiert worden, wie die Sanitärbereiche umgestaltet werden müssen, damit auch Menschen, die sich nicht in der Entweder-Oder-Einteilung der Geschlechtsidentität in männlich und weiblich wiederfinden (Transgender) ohne Diskriminierung oder Anpassungszwang ihrem Alltag nachgehen können. Prompt forderte eine Gruppe von Kindern (11-12, aus Nordrhein-Westfalen) auch von der Bundespolitik Regelungen, um die aus ihrer Sicht diskriminierenden Zwei-Toiletten-Standard zu überwinden.
Um auch allen, die nicht selbst am Workshop teilnehmen konnten, die Beteiligung zu ermöglichen, haben wir eine Ichmache>Politik-Station mit einem Briefkasten eingerichtet. Wir freuen uns auf alle Beiträge, die uns in den nächsten anderthalb Wochen auf diesem Wege noch erreichen und wünschen den Falken ein tolles restliches Camp mit vielen bleibenden Eindrücken und neuen Freundschaften!

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